Demokratie für Deutschland

Demokratie für Deutschland, wir brauchen Parteien die für unser Volk eintreten

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Was ist nun mit der AfD?

Auf Facebook gefunden. Ein User und Mitglied der Partei Alternative für Deutschland schreibt auf Facebook zur AfD folgendes

Was ist bloß los dieser Tage und vor allem: Wo ist „meine“ AfD geblieben? Als ich im Juni begann, auf Facebook alles in mich aufzusaugen, was in irgendeiner Form mit der AfD zu tun hatte, war ich völlig begeistert. Damals noch politisch „alleine“, freute ich mich ebenfalls über jedes runde „like“, welches auf der Hauptseite euphorisch gefeiert wurde. Fast mochte ich nicht glauben, dass es doch so viele Menschen gibt, deren politisches Denken so große Schnittmengen mit meinen eigenen Gedanken aufweist, dass ich das meiste bedingungslos unterschreiben würde. Das Wahlprogramm war mir aus der Seele geschrieben; Punkt für Punkt – JEDER Punkt. Und alle Punkte in ihrer Gesamtheit. Zeitraffer: Ich bin (noch mißtrauisch) zu Treffen gegangen, war erleichtert: Alles normale, arbeitende Menschen quer durch alle Schichten, alle mit dem Herz am richtigen Fleck. Ich wurde Mitglied, nahm an weiteren Treffen teil, unterhielt mich, war begeistert, überzeugte Freunde und Familie. Warb bei jedermann für die AfD. Ich hatte meine politische Heimat gefunden. War begeistert, dass sich hier explizit fachliche, wissenschaftliche Kompetenz gepaart mit gesundem Menschenverstand anschickte, endlich Einzug in die Politik zu halten. Die Wahlen eine Enttäuschung, doch im Nachhinein auch Stolz ob des dennoch grandiosen Erfolges. Was sehe und fühle ich heute? Heute gehe ich ohne „gedankliches“ Kettenhemd gar nicht mehr auf Facebook online. Es wird im Prinzip nur noch mit Dreck geworfen, und zwar von jedem und in alle Richtungen. Ich verstehe langsam die Welt nicht mehr. Hier gibt es mittlerweile Gesinnungsgruppen gegen „Rechtsextremismus“, die in den Freundeslisten diverser AfD´ler nach braunen Kontakten fahnden und offen zur Denunziation aufrufen. Dann gibt es natürlich das Gegenstück gegen Linksextremismus und eine „allgemeine“ Gruppe "nur" gegen Extremismus. Es gibt zig geheime Gruppen, die man bald gar nicht mehr überschauen kann, usw. usf… Vorstand gegen Vorstand, alter Vorstand gegen neuen Vorstand, je nach Sichtweise auch umgekehrt und jede beliebige weitere Kombination... Nun dürfte es mit dem Rücktritt Schünemanns auch im Bundesvorstand Trubel geben (ist der nun noch beschlussfähig?), Prof. Lucke macht munter weiter alleine Parteiprogramm OHNE mit uns zu reden. Mit wem sollte er auch reden, es gibt ja keine Strukturen und mitunter ertappe ich mich bei dem Gedanken, dass dies so gewollt sein könnte, bis es die „richtigen“ (= wessen / welche?) Strukturen sind. Fakt ist, dass sich langsam aber sicher die Windrichtung in der AfD zu ändern scheint, oder sagen wir einmal diplomatisch aus dem Wind wird so langsam ein Lüftchen; aus dem Mut nur noch ein „Mütchen“. Wie sonst ließe sich anders erklären, dass es außer dem Euro kein wahrnehmbares Thema mehr gibt, dass von der AfD öffentlich angesprochen wird? Natürlich, eine Erklärung könnte sein, dass man sich als … wie soll ich es nennen …. als „normal“-konservativer Mensch kaum noch leisten kann, sich zu seiner politischen Grundhaltung zu bekennen. Wird doch das „normal“ von sogenannten Parteifreunden schnell mal durch „stramm“ o.ä. ersetzt. Immerhin ist konservativ im Volksmund gleichbedeutend mit rechts und rechts ist im linken Volksmund gleichbedeutend mit böse. Dementsprechend erscheint es manchen Parteifreunden als opportun, sich vorsichtshalber gleich entschieden von rechts zu distanzieren. Da das vermutlich zu Entrüstung führen würde, verschleiert man seine Intention damit, sich natürlich nur gegen die Rechtsextremen abgrenzen zu wollen. Ich bezweifle diese Intention allerdings, denn offenbar ist alleine die Richtung für manche schon Grund genug, sich zu gruseln. Bei diesen Gedanken drängt sich mir eine Überlegung in den Vordergrund, die ich einfach nicht mehr abzuschütteln vermag: Wo ist hier der Mut zur Wahrheit geblieben? Ist das der gesunde Menschenverstand, den wir monatelang beschworen haben; ist das die allerseits gerne zitierte Aussage „Wir sind vorne“ oder „Wir sind die Mitte“? Während die „Ängstlichen“ unter uns von schlaflosen Nächten geplagt werden, ob Ihrer Sorge vor der angeblichen rechten Unterwanderung, habe ich die Vermutung, dass irgendjemand das falsche Fenster geöffnet hat. Ich meine immer öfter, eine linke Brise wahrzunehmen. Es wird tatsächlich in Freundeslisten nach verdächtigen Kontakten geschnüffelt! Das ist eigentlich auch kein Wunder, dümpeln wir als normale Mitglieder doch mehr oder weniger sinnlos vor uns hin und warten darauf, dass unser Hohepriester uns durch die Presse mitteilt, was und wohin wir eigentlich gehen wollen (?) - oder was oder wohin wir nicht wollen (?). Wie der Herr, so 's Gscherr, sagt man. Also wenn der Bundesvorstand sich untunterbrochen von allem und jedem distanziert, kann es doch nicht so falsch sein, wenn wir uns auch alle (voneinander) distanzieren? Dabei ist es irgendwie verdächtig still geworden. Außer dem steten Fingerzeig auf die GroKo, die FDP, auf die üblichen Brüsseler Verdächtigen hört und liest man eigentlich nichts mehr. Gab es da nicht noch andere Themen im Wahlprogramm? Sind wir nicht alle beinahe verschreckt wachgeworden ob des frischen Windes, der uns durch die AfD ins Gesicht schlug: „Auch unkonventionelle Meinungen ergebnisoffen diskutieren“, „Keine Einwanderung ins soziale Netz“, „Parteien sollen am politischen System mitwirken, es aber nicht beherrschen“, „…mehr direkte Demokratie auch in den Parteien. Das Volk soll den Willen der Parteien bestimmen, nicht umgekehrt.“ Nun, wie steht es damit? Wann fangen wir damit an? Bei aller Hochachtung vor Prof. Lucke – aber hat man diese Themen bei all den Statements und Verlautbarungen, die man der Presse (natürlich nicht uns Mitgliedern) mitteilt, etwa vergessen? Und vor allem, wie sollen wir, das Volk, bzw. in diesem Fall die Mitglieder, den Willen unserer Partei bestimmen, wenn – jedenfalls bisher – de facto eher umgekehrt ein Schuh daraus wird? Landesvorstände liegen / lagen in Trümmern, wurden neu gewählt und müssen erst wieder zueinander finden. Wenn wir konstruktiv arbeiten wollen und in den Wahlkampf für´s Europa-Parlament eintreten wollen, dann würde ich sagen: Es ist allerhöchste Zeit. Statt klarer Impulse von oben hört man vom Bundesvorstand eigentlich nichts. Außer, wie bereits oben erwähnt, dass man sich von klaren Impulsen anderer Mitglieder / Dritter noch klarer distanziert. Die Botschaft: Alle anderen sind böse oder rechts (also doppelt böse). Nur wir sind vorne und zeigen mit dem Finger auf alle anderen. Wenn ich also gefragt werde, was wir denn nun konkret vorhaben und was wir politisch wollen, so werde ich entsprechend der hier beschriebenen und auch aller offiziellen Informationen wahrheitsgemäß antworten: „Wir wollen ins Europaparlament. Ansonsten: Keine Ahnung, irgendwas wegen dem Euro. Aber Lucke kann es alleine besser, als alle anderen zusammen. Sie sollten uns also Ihre Stimme geben.“ Wer waren eigentlich noch einmal die anderen Mitglieder des Bundesvorstandes – haben die auch irgendeine Funktion? Diese Frage ist bewusst ein wenig frech. Wollen sie sich nicht zu Wort melden oder dürfen sie nicht? Oder treibe ich mich einfach zu viel in Facebook herum und bemerke nicht, wenn sie sich zu Wort melden? Kann eigentlich nicht sein, denn alle Informationen, die ich ergattern konnte, habe ich mir in Facebook erworben. Mein Gott, wäre das schön, wenn die Informationen aus den übergeordneten Gliederungen kämen und ich meine Zeit sinnvoll mit (Programm-)Anträgen oder Gegenanträgen verbringen könnte. Dann könnte ich meinen gesunden Menschenverstand statt für „Freund-Feind-Erkennung“ auch mal sinnvoll einsetzen. Aber nach „oben“ herrscht ein solches Gedrängel und Geschubse, dass ich gerne in der dritten oder vierten Reihe sitzenbleibe und mir das Schauspiel aus der nötigen Entfernung anschaue. Allerdings ärgert es mich ungemein, dass im Abspann auch mein Name gelistet würde, obwohl ich gar nicht teilgenommen habe. Warum? – Weil mein gesunder Menschenverstand mir von einer Teilnahme an „Hauen und Stechen“ dringend abrät und die Ablehnung einer Politik „von oben“ anrät. Mut zur Wahrheit? – Ganz sicher: Ja. Aber auch Angst vor der Realität.

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